Allgemeine Informationen über das Prüflaboratorium
Die Prüfstelle für lichttechnische Einrichtungen an Fahrzeugen ist neben dem Lehrstuhl mit seinen Arbeitsgruppen eine weitere Abteilung des Lichttechnischen Instituts der Universität Karlsruhe. Sie ist im Gebäude des Lichttechnischen Instituts untergebracht.

Aufgabe
Die Prüfstelle wurde 1949 auf Anregung des Bundesministers für Verkehr im Lichttechnischen Institut der Universität (TH) Karlsruhe eingerichtet mit der Aufgabe

Entscheidungen des Kraftfahrt-Bundesamtes über genehmigungspflichtige lichttechnische Fahrzeugteile gutachterlich vorzubereiten
sowie die erforderlichen wissenschaftlichen lichttechnischen Grundlagen für Prüfung und Messung zu erarbeiten und zu entwickeln.
Die Prüfstelle wird seit 1949 nach der ursprünglich auch in Prüfzeichen verwendeten Kennzeichnung als LTIK bezeichnet.

Rechtsgrundlagen
a) Basis ist zunächst die nationale Gesetzgebung, wobei nach § 22a StVZO für eine Reihe von Fahrzeugteilen, insbesondere für Beleuchtungseinrichtungen an Kraftfahrzeugen eine Bauartgenehmigung erforderlich ist. Das Genehmigungsverfahren ist in der Verordnung über die Prüfung und Kennzeichnung bauartgenehmigungspflichtiger Fahrzeugteile (Fahrzeugteileverordnung) vom 30.09.1960 (BGB1.I S.782) i.d.F. vom 27.04.1993 (BGB1. I, S 512,558) geregelt. Danach entscheidet über Anträge auf Bauartgenehmigungen das Kraftfahrt-Bundesamt auf der Grundlage von Prüfungen amtlicher Prüfstellen. Nach § 4 der Fahrzeugteileverordnung ist als Prüfstelle für die in der StVZO genannten lichttechnischen Einrichtungen das Lichttechnische Institut der Universität Karlsruhe zuständig.

In diesem Rahmen wird das LTI in der Liste der Prüfstellen der Vereinten Nationen, Economic and Social Council geführt.

Für den EG-Bereich ist die Prüfstelle als Prüflaboratorium unter der KBA Anerkennungs Nr. 16/1 anerkannt.

b) Alle diese Aufgaben hat die Prüfstelle seit ihrer Einrichtung, auf der Basis der jeweiligen Rechtsgrundlage, wahrgenommen. Die örtliche Lage der Prüfstelle trägt auch der besonderen Rolle der Automobilindustrie im Bundesland Baden-Württemberg der Bundesrepublik Deutschland Rechnung.
Mit der Vollendung des EG-Binnenmarktes wurde die bisherige Alleinzuständigkeit der Prüfstellen und Technischen Dienste im Rahmen der Begutachtung / Prüfung für die Typgenehmigungen aufgehoben.
Die bisher allein zuständige Prüfstelle wird federführende Prüfstelle.

Nach der Verlautbarung Nr. 232 im Verkehrsblatt Heft 21, 1992 Seite 588, ist das LTIK im Rahmen der Zuständigkeit nach Richtlinien und Verkehrsblatt-Verlautbarungen sowie Technische Anforderungen (TA) für den Bereich der StVZO und weiterhin für die einschlägigen EG-Richtlinien bezüglich Fahrzeugteile und Prüfgeräte als federführende Prüfstelle benannt.

In dieser Verlautbarung ist die Federführung folgendermaßen festgelegt:

"Die federführende Prüfstelle nimmt neben ihrer Prüftätigkeit zusätzlich beratende und koordinierende Aufgaben wahr. Deshalb ist sie auf Verlangen über Prüfungen zu unterrichten. In Zweifelsfällen ist sie zu beteiligen; bei allen Fragen der Anwendung ist sie federführend.

Außerdem ist die federführende Prüfstelle an der Weiterentwicklung der Vorschriften beteiligt. Die zuständigen Behörden des Bundes und der Länder, namentlich das Bundesverkehrsministerium, werden von ihr beraten." Basis für die Weiterentwicklung von Vorschriften sowie die Zuständigkeit zur Beratung und Koordinierung ist seit je her durch die wissenschaftliche Kompetenz im Zusammenhang mit dem genannten Institut zu sehen.

c) In dem Erlaß des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst BadenWürttemberg vom 18.03.1991 Az 349.17 (88)/31 wird das LTI als Materialprüfanstalt bzw. anerkannte Prüfstelle genannt, deren Arbeit als Dienstaufgabe zu betrachten ist.

Weitere Tätigkeiten
Neben den organisatorischen und gutachterlichen Aufgaben nimmt der Prüfstellenleiter überwiegend die umfangreiche Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Fachgremien (Anlage 3) sowie die Leitung der damit verbundenen wissenschaftlich technischen Untersuchungen wahr.

Im Rahmen des Studienmodells "Elektrooptik" wird vom Leiter der Prüfstelle die Vorlesung "Verkehrsbeleuchtung" gehalten. Die Vergabe und Betreuung von Studien- und Diplomarbeiten geschieht in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl.
Der Stellvertreter des Prüfstellenleiters übernimmt, was die Belange der Prüfstelle betrifft, die tägliche Betreuung der Aufgaben vor Ort; zudem ist auch er im gleichen Sinne wie der Prüfstellenleiter mit der Vergabe und Betreuung von Studien- und Diplomarbeiten betraut.

Haushalt
Die Prüfstelle erhebt für die von ihr gemäß § 5 der Fahrzeugteileverordnung durchzuführenden Prüfungen und die aufgrund der Prüfungen gefertigten Gutachten Gebühren. Für die Prüfung der verschiedenen Beleuchtungskörper und Signaleinrichtungen sind jeweils Pauschalpreise festgelegt. Die Gebühren werden mit dem Kraftfahrt-Bundesamt abgestimmt und von Zeit zu Zeit an die allgemeine Kostenentwicklung angepaßt.

Technisch-wissenschaftliche Untersuchungen, die die Prüfstelle im Auftrag Dritter durchführt, werden je nach Aufwand und auf der Basis eines entsprechenden Angebots abgerechnet.

Diese Einnahmen dienen zur Finanzierung der Personal und Sachkosten (Ausnahme: Personalkosten des Prüfstellenleiters). Im übrigen wird eine finanzielle Reserve vorgehalten, um unvorgesehene Entwicklungen abzusichern.

Im übrigen ist die Prüfstelle ein Teil des Lichttechnischen Institutes der Universität Karlsruhe. Die Universität Karlsruhe ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Mittel für Forschung und Lehre werden, geregelt durch den Haushaltsplan des Landes BadenWürttemberg der Bundesrepublik Deutschland, von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt.

Zur Bedeutung der Prüfstelle
Die Arbeit der Prüfstelle dient in erster Linie der Sicherheit im Verkehr und liegt insofern im öffentlichen Interesse.

Im Hinblick auf die wirtschaftliche Bedeutung der Automobil- und Zubehörindustrie der Bundesrepublik und insbesondere in Baden-Württemberg spielt der Sicherheitsstandard der Fahrzeuge eine entscheidende Rolle. Hierzu gehört ein entsprechend hoher Standard im Prüf- und Zulassungswesen und hieran hat die Prüfstelle einen wesentlichen Anteil.

Darüber hinaus vertritt die Prüfstelle auf dem Kfz-Sektor bzw. dem Gebiet der Verkehrsbeleuchtung das Lichttechnische Institut als Institut der Universität bis weit über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus. Durch zahlreiche Verbindungen zu Industrie und Behörden im In und Ausland (27 ECE-Staaten) sowie durch die aktive Mitarbeit in vielen maßgebenden nationalen und internationalen Gremien für wissenschaftliche, technische und gesetzgeberische Belange nimmt die Prüfstelle unter dem Namen LTIK (Lichttechnisches Institut Karlsruhe) entscheidenden Einfluß auf das gesamte Gebiet der sicherheitsrelevanten Automobilbeleuchtung.

Schließlich leistet die Prüfstelle Beiträge zur Ausbildung und Forschung auf lichttechnischen Gebiet durch Diplom-Arbeiten, Vorlesungen und Seminarbeiträge, Bereitstellung von Meßeinrichtungen in Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen im Institut. Nicht zuletzt ermöglichen die Kontakte der Prüfstelle zur Industrie, Behörde und Organisation die Einwerbung von Drittmitteln für das Institut.

Zusammen mit dem Lichttechnischen Institut, das mit seinem nahezu 75-jährigen Bestehen mit zu den ältesten Instituten dieses Fachbereiches in der Welt zählt, trägt die Prüfstelle dazu bei, den Namen des Instituts in alle Welt hinauszutragen und bekannt zu machen.